Beckenboden und Jumping Fitness

Wie passt diese Kombi zusammen?

Wir sagen sehr gut. Da sich aber in letzter Zeit einige Blogbeiträge im Netz sammeln, die gerne das Gegenteil behaupten, dachten wir uns, dass es wohl an der Zeit ist, von unserer Seite diese Unsicherheiten, die dadurch geweckt werden, zu widerlegen.

Wir von Jumping Fitness wissen, dass Geschmäcker verschieden sind und sind uns daher auch im Klaren darüber, dass wir nicht alle mit unserem Training ansprechen können. Wir als Sportler sind sicher auch schon bei anderen Sportarten auf harte Gegenwehr von jemandem gestoßen. Und meistens kommt diese Gegenwehr von Menschen, die die Sportart oder Sportarten nicht mögen und sich nach der ersten Unlust auch nicht mehr wirklich im Detail damit auseinander setzen.

Unser liebstes Beispiel ist hier immer Joggen. Hier gibt es unzählige Meinungen, zum großen Teil begründet von Dingen, die man durch Hörensagen aufgeschnappt hat und letztendlich ist ja jede Sportart nur durch die richtige Umsetzung gesund. Und wenn es auch noch so viele Jogging-Gegner gibt, so gibt es dennoch auch sehr viele Menschen, die nicht auf ihre Joggingrunde verzichten möchten. Aber wie gesagt, das soll hier jetzt nur ein Beispiel sein und wir wollen uns ja auf Jumping Fitness und seine Wirkung auf unseren Körper konzentrieren, speziell auf den Beckenboden.

Die Beckenbodenmuskulatur beinhaltet für uns eine der wichtigsten Muskelgruppen. Der Beckenboden besteht neben seinen Bändern, die den Bebo verstärken und seinem Bindegewebe, das dem Bebo seine Elastizität gibt, aus drei übereinander liegenden Muskelschichten.

Es gibt die unterste (äußere) Muskelschicht, auch gerne einfach 8er-Muskel genannt, was daran liegt, dass sie wie eine liegende Acht die unteren Körperöffnungen umfließt. Dann gibt es die mittlere, quer verlaufende Muskelschicht, die beide Sitzbeinhöcker miteinander verbindet. Diese wird auch quere Damm-Muskulatur genannt. Und dann gibt es noch die oberste (innere) Muskelschicht. Sie zieht sich fächerförmig vom Steißbein vor zum Schambein und seitlich zu den Oberschenkelinnenseiten. Damit ist sie die stabilste und breiteste Schicht und trägt die Hauptlast der Organe.

Neben ihrer entscheidenden Rolle zur Haltung der Wirbelsäule, erfüllt die Beckenbodenmuskulatur folgende Funktionen:

TRAGEN
STÜTZEN
VERSCHLIEßEN

Sie schließt den Körper nach unten ab, ist verantwortlich für die Sicherung der Kontinenz und für die Lage und den Halt der Beckenorgane, Harnblase, Gebärmutter und Darm, zuständig.

Der Beckenboden kann, zusätzlich zu seinen Funktionen, ANSPANNEN, ENTSPANNEN und REFLEKTORISCH GEGENHALTEN (zum Beispiel beim Niesen).

Geschwächt wird er meist durch fehlende oder falsche! Bewegung, eine schlechte Körperhaltung, durch eine Überdehnung bei einer Entbindung, Medikamente sowie übermäßigen Alkoholgenuss, um ein paar Beispiele zu nennen. Die Beckenbodenmuskulatur hat auch einige, uns sehr wohl bekannte “Hilfsmuskeln”, wie die Gesäß-, Bauch- und Muskulatur der Oberschenkelinnenseite.

Diese Muskelgruppen sollen bei einem speziellen Beckenbodentraining nur teilweise hinzugenommen werden. Was bei einer für den Beckenboden speziell entwickelten Trainingseinheit ganz sinnig ist.

Wir von Jumping Fitness sprechen bei uns ja immer von einem Ganzkörpertraining, daher wird bei uns diese Muskulatur auch immer aktiviert.

Dennoch gibt es, ob nun beim speziellen Bebo-Training oder auch beim Jumping Fitness Fehler, die man machen kann, wie zum Beispiel den Atem anhalten oder das Drücken des Beckenbodens nach unten. In unserem Falle ist das gleichzusetzen mit dem unkontrollierten Hochspringen, das während einer Jumping Einheit vermieden werden soll.

Hier kommen wir nun automatisch zum Punkt. Jede Sportart ist so gesund, wie ihre richtige Umsetzung. Daher wollen wir gerne noch einmal auf das Wichtigste bei Jumping Fitness eingehen.

Die richtige Haltung bei Jumping Fitness

Jumping Fitness ist nicht nur entwickelt worden, um ausschließlich Spaß zu bringen, sondern um enorm viele Muskelgruppen gleichzeitig zu trainieren, die Haltung und die Atmung zu verbessern, und noch einiges mehr.

Ihr bemerkt schon die Komplexität, mit der wir uns beim Entwickeln des Konzeptes auseinander gesetzt haben. Die bisher bekannten Übungen wurden von uns 2014 noch einmal vollkommen auseinander genommen und nach jedem gesundheitlichen Aspekt durchleuchtet. Hier kommen wir wieder zurück zum Beckenboden und der richtigen und wichtigen Basishaltung beim Training, die den Beckenboden trainieren und stärken soll. Und in keinstem Falle schaden.

Zur Ausgangsposition

Man begibt sich in einen stabilen Stand. Dazu stellt man sich mit der ganzen Fußfläche hüftbreit auf die horizontale Mittellinie des Trampolins.

Kippe das Becken ganz leicht nach vorne, die Knie sind leicht gebeugt, der Oberkörper wird leicht nach vorne geneigt. Die Ausrichtung des Körpers erinnert an eine leichte Squathaltung. Der Rücken bleibt in seiner natürlichen Form, wir “denken” ihn uns gerade. Bitte vermeidet ein Hohlkreuz!

Der Bauchnabel wird aktiv Richtung Wirbelsäule gezogen. Wir konzentrieren uns auf unsere Atmung. Nie den Atem anhalten! Der Oberkörper ist fixiert aber locker. Wir erzeugen keine Anspannung im Nacken! Nun ziehen wir die Knie und Oberschenkel (für Anfänger erst einmal leicht) Richtung Oberkörper und setzen die Füße dann wieder auf der Trampolinmatte an unserem Ausgangspunkt auf. Diese Bewegung machen wir im Takt der Musik.

Ganz wichtig ist, dass wir nicht nach oben springen! Wir wollen nicht mit unseren Fingern die Decke erreichen. Wir arbeiten kontrolliert in das Sprungtuch hinein. So liefern wir uns nicht dem Druck aus, der durch unkontrolliertes Hüpfen auf unseren Beckenboden entstehen könnte, sondern trainieren mit angespannter Core-Muskulatur und beugen zeitgleich Stauchungen unserer Gelenke durch das weiche Aufkommen auf dem Trampolin vor.

Diese Grundposition ist das erste, das wir bei jeder Trainerausbildung an unsere Trainer weitergeben, denn sie ist das A und O eines gesunden Jumping Fitness Trainings. Daher gehen wir davon aus, dass euch eure Trainer innerhalb eurer Stunde immer darauf hinweisen und gegebenenfalls korrigieren.

Ihr seht also, bei Jumping Fitness geht es nicht darum, wie ein Flummi auf unseren Geräten “herumzuhopsen” und sich so unter Umständen den Körper zu ruinieren, es geht hier um ein Training, in dem angestrebt wird, die ganze Zeit die Core-Muskulatur in Anspannung zu halten und zu trainieren.

Dass man diese Spannung zu Beginn nicht durchweg halten kann, ist klar.

Wir laufen auch morgen nicht plötzlich einen Marathon. Daher gibt es so eine Art “Ausruh-Schritte”, auf die euch euer Trainer hinweist und in die man gehen soll und kann, wenn man wieder zu Atem kommen und die Muskeln etwas entlasten möchte.

Irgendwann ist man so ein Profi, dass man zum einen eine Stunde gut “wegrockt” und zum anderen intuitiv mit guter Körperhaltung trainiert.

Und klar, wir treffen auch auf Kritiker auf Messen oder die einmal irgendwo einen Bühnenauftritt gesehen haben. Ja, das sieht hart aus, aber dort stehen Jungs und Mädels, die Jumping Fitness schon länger machen, die wissen, wie es geht und die wissen, wie man die Spannung hält.

Wir empfehlen jedem nach seinem Maß zu trainieren und erwarten keinen Jumping-Meister in der ersten Stunde.

Die Latte wird meist von den Trainierenden recht hoch angelegt. Hier sollten unsere Trainer positiv und dennoch motivierend einwirken und jedem sagen, dass meistens ab der dritten Stunde alles einleuchtend ist. Und dass man nicht schon heute eine Medaille gewinnen muss, sondern darauf, wie in jedem Sport, hin trainiert und das dauert seine Zeit.

Wer also ausgewogen und mit der richtigen Haltung seine Lieblingssportart(en) ausübt, der ist meistens auf dem richtigen Weg.

Persönlich kann ich nur sagen, man kann gerne einen Sport verteufeln, weil er einfach nicht “meins” ist, aber Pauschalverurteilungen sind für uns, wie zum Beispiel als Laie auf der Couch zu sitzen und einer Profi-Fußballmannschaft von dort aus Anweisungen zu geben, wie sie es auf dem Platz besser zu machen haben.

Leider kommt das viel zu oft vor.

Uns bleibt nur zu sagen, dass wir allen, die sich mit Jumping Fitness wirklich auseinandersetzen, weiterhin ganz viel Spaß, einen tollen einfühlsamen und motivierenden Trainer und viel Freude mit ihrer trainierten Tiefenmuskulatur wünschen.

Und bedanken uns auch bei all den Trainern, die sich auf vermeintlich kritische Blog-Beiträge zur Beckenbodenmuskulatur und Jumping Fitness bei uns mit etlichen Gegenbeispielen gemeldet haben. Wir finden es super, dass ihr unser Konzept so wunderbar umsetzt und euren Teilnehmer/-innen eine erhebliche Verbesserung ihrer Beckenbodenmuskulatur und damit eine bessere Lebensqualität beschert.